Einleitung
Die
gastroösophageale Refluxkrankheit ist die häufigste
Erkrankung des oberen Gastrointestinaltraktes der westlichen,
weißen Bevölkerung. Bis zu 40% der Menschen leiden
einmal im Monat, 14% mindestens einmal wöchentlich und 7%
täglich an Refluxbeschwerden. Sodbrennen wird häufig
als belangloses Symptom betrachtet, obwohl die Lebensqualität
von Refluxpatienten signifikant beeinträchtigt ist.
|
 |
| Die
Refluxkrankheit ist ein funktionelles Leiden mit einer multifaktoriellen
Ätiologie: ein insuffizienter unterer Ösophagussphinkter
(UES), eine Dysfunktion der Ösophagusbodymotilität oder
eine gestörte Magenentleerung und Magenreservoirfunktion. Die
häufigste Ursache liegt in einer Sphinkterinsuffizienz, die zur
Aufhebung der physiologischen Antirefluxbarriere führt. Nur die
chirurgische Therapie ist in der Lage diese Barriere und damit das
funktionelle Gleichgewicht wieder herzustellen. |
 |
| Die
Ösophagitis wird nach Savary und Miller in 4 Schweregrade eingeteilt.
Mit zunehmender Insuffizienz des unteren Ösophagusspinkters steigt
die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Entzündung im distalen
Ösophagus. Patienten mit Refluxsymptomen können von einer
normalen Endoskopie bis hin zur schweren ulzerösen Ösophagitis,
einen Barrett und/oder Strikturen alles aufweisen. Etwa 50% aller
Refluxpatienten zeigen endoskopisch keine Ösophagitis und ein
Teil dieser Patienten weist sorgar eine normale 24 Stunden pH-Metrie
auf. Trotzdem handelt es sich bei diesen Patienten um Refluxpatienten.
Dies beweisen überzeugende Zusammenhänge zwischen den angegebenen
Symptomen und den sauren Refluxepisoden in der pH-Metrie. Ob diese
Patienten eine herabgesetzte Schmerzschwelle haben, oder ob die willkürlich
gewählte pH Grenze in der pH-Metrie von < 4 zu niedrig angesetzt
ist, ist nicht geklärt. Dieses Krankheitsbild wird als "acid
sensitive esophagus" bezeichnet. |
 |
| Die
schwerste Form der Refluxkrankheit ist der Barrettösophagus.
Man versteht darunter die histologisch gesicherte Umwandlung von Plattenepithel
in ein spezialisiertes "Barrett"-Epithel. Für dessen
Entwicklung dürfte vor allem der gemischte oder alkalische Reflux
verantwortlich sein. Diese Epithelveränderung geht mit einem
erhöhten Risiko für die Entwicklung eines Adenokarzinoms
im distalen Ösophagus (Barrettkarzinom) einher. Die Inzidenz
des Barrettkarzinoms ist im letzten Jahrzehnt in den USA in der männlichen,
weißen Bevölkerung um 350% angestiegen und hat dabei die
Inzidenz des Plattenepithelkarzinoms im Ösophagus bereits überholt. |
| |
|
|